SozUrban


1933 und heute

Ich habe nach langer Zeit wieder die Junge Welt in die Hand genommen und wurde überrascht mit einem Interview. Thema: neues Weltmachstreben der BRD.

Die ersten Fragen drehten sich um die Wirtschaftskrise vor dem 2 Weltkrieg und der heutigen. Aber zum Ende wurde es besser.Erst ein Zitat werde ich mir merken als Totschlagargument gegen Marktextremisten. Das will ich niemandem vorenthalten hier:»Das Ziel künftiger Sozialpolitik darf deshalb nicht mehr sein, dem Arbeiter Unterstützung zu gewähren, sondern ihn in den Stand zu setzen, sich selbst zu helfen«

Achso ne das war keine Partei der heutigen Mitte. Dies sagt ein lupenreiner Nazi Franz von Pappen. Ich hoffe unsere Marktradikalen werden wenigstens stutzig, wenn ein solcher Vergleich so gut passt.

Interessant war weiterhin die Rolle der Gewerkschaften auf zu rollen. Mutig den Gewerkschaften Antikommunismus nicht nur durch die nahe Parteibindung zur SPD vor zu werfen. Aber ich glaube da liegt auch der große Fehler vieler Linker. Klar sind die Gewerkschaften eine unglaublich treibende Kraft in Auseinandersetzungen. Aber wird es nicht zu einem Schulterschluss kommen können, wenn weiterhin innerhalb der Gewerkschaften ein Apathie und Vorstellung von linker Politik herrschen. Ja ich sehe die gegen Argumente wieder aufflackern. Willst du als Avantgarde agieren und alleine Veränderungen durchsetzen? Ich glaube dieser Vorwurf müssten sich die Linken viel eher gefallen lassen, die sich für ein Stärkung linker Gewerkschaften aufstellen. Gehen sie nicht von einem falschen Bewusstsein aus und stellen sich als objektiv richtig dar und die Gewerkschaftler müssten nur verändert werden.

Ich würde einen radikalen Strategiewechsel vorschlagen. Die Gewerkschaft als Organisation zu belassen und vielmehr linke Gewerkschaftler (die es zur Teil auch gibt) als Multiplikatoren zu verstehen und die nicht politisierten Mietglieder der Gewerkschaften zu binden und eine gesamtgesellschaftlichen Gewerkschaftsarbeit zu etablieren. Ich denke der Vergleich mit einer NGO wäre angemessen. Aus dieser Situation heraus würde die Wirkungskraft der Gewerkschaften sich um einiges erhöhen und für den gerwerkschaftsnahe Linken würde sich der Wirkungsraum um einiges Vergrößern.

Als gelungenes Beispiel zu nenne: ist das Antifaschistische Treiben von einigen Gewerkschaften zu werten. Ich glaube gerade Bewohner der neuen Bundesländer wissen was ich meine.

Zurück zum Thema Weltmacht. Nun wie oben gesagt spielen bei einem Totalitarismus auch die Gegenkräfte eine Rolle. Da sei nur gesagt das Kleinbürgertum und Industriekapital (im Artikel bestens beschrieben). Aber das totalitäre Streben der Gruppen zur reduzieren auf eine nicht begangene bürgerliche Revolution finde ich falsch (nicht so sehr falsch finde ich die Behauptung die Behäbigkeit dieser heut zu Tage damit zu erklären). Andere Länder sind auch in faschistoide und totalitäre Muster gefallen. War der Widerstand stärker in anderen Länder (Partisanen in Italien, Résistance in Frankreich) gab es auch einen in D-land. Erklärbar ist der schwache Widerstand auf das wenige Interesse von Bürgern an Geschehnissen . Man könnte es schon fast als Teilnahmslosigkeit gegenüber Veränderungen nehmen. Psychoanalytisch wäre es möglich von Depression oder Ohnmacht zu sprechen. Ich glaube das kommt bekannt vor.

Jep wirklich keiner will wirklich Wissen was die Wirtschaftskrise noch bereithält oder Selbst wenn Studiengebühren eingeführt werden ist kein Aufschrei zu hören. Das einzige was gegen diesen Prozess steuert sind die in Vergleich zu anderen Gruppierungen in an anderen Ländern äußerst effektiv aufgestellt linken Gruppen. Ich glaube so gut funktionierende und straff organisierte Gruppen sind selten. Das beginnt schon in jungen Jahren.

Also Weltmacht Ansprüche werden formuliert und der Widerstand ist wie immer von üblichen Verdächtigen zu leisten. Nichts neues. Vielleicht doch. Ich glaube die Linke als vielleicht zaghaftes Projekt aus der typischen Parteilinie zu entfliehen sieht ganz gut aus. Aber sie wird fallen oder siegen mit möglich Mietgliederentwicklung und damit verbundenen Hegemoniekraft. Also warten und Tee trinken ist nicht. Ab zum agitieren!!!!!

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